Mein Urlaub steht vor der Tür… Und auch wenn in diesem Jahr aus finanziellen Gründen keine lange Urlaubsreise geplant war, wollte ich doch wenigstens für ein paar Tage irgendwohin fahren… Wenigstens für eine kurze Zeit mal einen “Tapetenwechsel”.
Mir kamen über kurz oder lang die Worte einer Freundin in den Sinn, die zu Beginn des Jahres ein paar Tage in einem Kloster verbrachte, und davon sehr geschwärmt hatte.
Ja, ein Kloster könnte auch für mich jetzt eine wunderbare Gelegenheit sein…, in der Stille und Abgeschiedenheit vielleicht innerlich wieder mehr bei mir anzukommen…, offene Fragen zu klären…, Ruhe zu finden.
Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach einem Kloster gemacht, was einerseits möglichst in der Nähe liegt, rollstuhlfreundlich ist und wo ich mich hingezogen fühle.
![By Lienhard Schulz (Eigenes Werk) [GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons](//upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/66/Kloster1_Alexanderdorf.JPG)
Kloster Alexanderdorf
Es dauerte auch überhaupt nicht lange, bis ich etwas für mich Passendes fand. Das
Kloster Alexanderdorf.Es war nur ca. 35 km von Berlin entfernt, es gab dort ein behindertenfreundliches Zimmer und das, was ich auf der Webseite lesen konnte, sprach mich sehr an. Es gab das sichere Gefühl in mir: Da will ich hin!
Ich schrieb also eine Mail dorthin, schilderte meinen Wunsch und erhielt als Antwort:
Lieber Herr Meister,
danke für ihre Anfrage. Leider habe ich das rollstuhlfreundliche Zimmer jetzt schon einem anderen Herrn angeboten, der sich aber spätestens bis zum Monatsende melden muß…
Im ersten Moment war ich enttäuscht und dachte, dass es dann wohl doch nicht dieses Kloster sein soll.
Obwohl…, es bestand ja noch die Chance, dass sich jener “andere Herr” vielleicht nicht melden würde, oder das Zimmer doch nicht haben wollte…?!
Möglicherweise ist das auch nur ein “Achtungszeichen” vom Leben…, von Gott, der es noch mal ganz genau wissen will: “Willst du das wirklich?”
Also schrieb ich zurück:
…Ich möchte Sie bitten, mich auf die “Warteliste” zu setzen, weil ich durch das, was ich auf der Webseite gelesen habe und auch auf Grund der geringen Entfernung schon den Wunsch habe, bei Ihnen im Gästehaus die Zeit verbringen zu können.
Alternativ werde ich mir eine andere Möglichkeit der Übernachtung suchen, die ich aber erst dann fest buchen würde, wenn feststeht, dass der andere Herr das Zimmer nimmt.
So lange werde ich mich in Geduld fassen und bin wirklich neugierig und gespannt was geschehen wird.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit!
In den folgenden Tagen suchte ich ziemlich ergebnislos nach anderen Klöstern, konnte etwas ähnlich ansprechendes aber nirgends finden, weshalb ich es schließlich aufgab. Sollte es tatsächlich nicht mit dem Aufenthalt im Kloster Alexanderdorf klappen, dann würde ich sicher auch ganz kurzfristig etwas finden, dachte ich mir. So lange muss ich mich eben wirklich in Geduld fassen
Ganz überraschend fand ich heute eine Mail in meinem Briefkasten:
Lieber Herr Meister,
inzwischen habe ich den Plan so “umgeschoben”, daß das Zimmer Jakob für Sie frei ist. Wenn keine andere Nachricht von Ihnen kommt, würden wir Sie dann am 11.10. im Lauf des Nachmittags erwarten.
Viele Grüße
Ich konnte es kaum fassen und meine Freude war riesengroß. “Es klappt also doch!” jubelte ich laut. Da hatte jemand offensichtlich einen Impuls bekommen und etwas “umgeschoben”, damit ich dort einen Platz finden kann! Das fand ich schon ganz beachtlich!
Bei dem Gedanken, ein paar Tage im Kloster Alexanderdorf verbringen zu können habe ich ein sehr frohes Gefühl, was ich im Grunde überhaupt nicht erklären kann. Natürlich ist die Webseite sehr liebevoll und ganz individuell gestaltet, aber wie es sich dort dann wirklich anfühlen wird…, wie sich das Verhältnis zu den Schwestern gestaltet…, wie die Atmosphäre sein würde…, das kann sie mir nicht vermitteln. Und trotz all der Ungewissheiten – auch z.B. um den Ablauf der Tage – habe ich ein sehr sicheres Gefühl, dass dieser Aufenthalt dort ein ganz besonderes Ereignis für mich sein wird.
Schon wieder bin ich
…wirklich neugierig und gespannt was geschehen wird.